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1869: Friedrich Miescher entdeckt die Nukleinsäure

Friedrich Miescher war Mediziner und Professor für Physiologie an der Universität Basel. Er ist bekannt als Entdecker der Nukleinsäuren als saure Bestandteile des Zellkerns – der Grundstein zur Entdeckung der DNA und damit zum Verständnis der Vererbung im 20. Jahrhundert.

Was war die Innovation?

Miescher entdeckte 1869 die Nukleinsäure in einem Extrakt aus Eiterzellen (weissen Blutkörperchen) und nannte sie „Nuclein“ – abgeleitet von lateinisch nucleus (Kern). Er untersuchte dessen Eigenschaften und fand, dass es nur im Zellkern vorkommt und forschte nach der Rolle bei der Befruchtung.

Wer war innovativ?

Friedrich Miescher (Bild), geboren1844 in Basel, war Sohn eines Physiologen und Pathologen. Er studierte in Göttingen und Basel Medizin. Danach ging er in das Labor von Felix Hoppe-Seyler der Universität Tübingen. 1869 ging er an das Physiologische Institut der Universität Leipzig und 1870 ging er wieder an die Universität Basel, wo er sich 1871 habilitierte und 1872 ordentlicher Professor für Physiologische Chemie wurde.

Was bedeutet die Innovation heute?

Miescher schwankte bis zuletzt in der Frage, wozu das von ihm entdeckte Nuclein eigentlich diente. Zuerst glaubte er an eine Rolle bei der Befruchtung, lehnte kam aber später davon ab. Den Namen Nukleinsäure führte erst Richard Altmann 1899 – vier Jahre nach Mieschers Tod – ein. Die Unterscheidung von DNA und RNA und die Aufklärung ihrer Rolle bei der Vererbung geschah erst viel später im 20. Jahrhundert. Doch ohne Mieschers Grundlagenforschung wäre sie nicht denkbar.

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